Mexiko – Bacalar

Als wir in Bacalar ankamen, war es stockdunkel. Wir waren ein wenig perplex, da wir mitten auf dem Highway aus dem Bus geworfen wurden. War Bacalar etwa einfach nur eine Station für Fernfahrer? Wir sahen nichts als Imbissbuden, Straßenküchen, Werkstätten und ein paar Ferreterias. Aber wir waren hier richtig. Ein Taxi brachte uns von diesem etwas gewöhnungsbedürftigen Ort zu unserem Hostel „Casa Tortuga“. Hier war die Welt auch wieder in Ordnung. Keine Trucks, kein staubiger Highway.

Wir hatten uns zwei Nächte in einem 4er Dorm reserviert. Leider etwas heruntergekommen. Dafür ist die Außenanlage des Tortugas umso schöner. Seeblick, Strandbar und jede Menge Hängematten. Es gibt auch ein kleines Tretboot, um den See zu erkunden.


Außenbereich des „Casa Tortuga“


Als wir ankamen, war es schon recht spät. Wir setzten uns auf den Bootssteg und beobachteten die Sterne. Wir waren so gespannt darauf, wie der See bei Tageslicht aussieht.

Am nächsten Tag konnten wir uns dann endlich davon überzeugen, dass die „Laguna de los siete colores“ – Die Lagune der sieben Farben, ihren Namen absolut verdient hat. Einfach wunderschön.


Die Lagune von Bacalar.


Die ersten beiden Tage verbrachten wir damit, die Zenoten zu besuchen und den See zu erkunden. Die Zenote „Cocalitos“ ist etwas ganz besonderes aufgrund der vorkommenden Stromatolithen. Die Zenote „Azul“ sah von außen super langweilig aus, das haben wir uns dann gespart. Mit dem kleinen Tretboot unseres Hostels versuchten wir zur Vogelinsel zu fahren, ein schwieriger Weg, da der Wind recht stark über den See peitscht. Aber wir waren erfolgreich und erfreuten uns vor allem an der Farbenpracht des Sees. Von einem sehr hellen Blau, über Petrol bis hin zum fast-Schwarz ist alles dabei.


Die Zenote „Cocalitos“ mit ihren Stromatholiten und die Vogelinsel. 


Oben am Straßenrand entdeckten wir an einem Abend noch etwas besonderes. „La senora de hamburguesas y micheladas Frank“. Ein kleiner Stand bei dem man leckere Hamburger und Micheladas kaufen kann. Die Mexikaner lieben ihre Micheladas, ein Mischgetränk aus Tomatensaft, Muschelsud, Chilisoße, Worcesterceistererere-Soße, Limettensaft, Salz, Bier und wer weiß schon was. Klingt eklig – schmeckt komisch – macht süchtig. Man bekommt garantiert keinen Kater. Betrunken wird man aber vermutlich auch nicht wirklich.

Da es uns sehr gut gefiel, wollten wir noch eine dritte Nacht bleiben und folgten dabei einem kleinen Geheimtipp aus dem Internet. Im Hostel „Casita Carolina“, ebenfalls direkt an der Lagune, kann man in kleinen, süßen, restaurierten Wohnwägen aus den 60er Jahren übernachten. Gesagt getan. Wie es der Zufall so wollte, wird das Hostel von einem Exil-Bayern geführt, der einer ausgedehnten Plauderei nicht verlegen ist. Echt zu empfehlen!


Das Hostel „Casita Carolina“. 


Im Carolina gibt es die Möglichkeit für kleines Geld ein Kanu zu mieten, was wir natürlich auch taten. Damit ist man dann auch gleich viel schneller unterwegs, als mit einem Tretboot. Zusätzlich bekamen wir einige Tipps, welche Orte man erkunden sollte.

Ein super Tipp war die Zenote „Negro“, welche in einer kleinen Bucht im See liegt und circa 90 Meter in die Tiefe ragt. An der Kante der Zenote ist das Wasser hüfttief und hellblau, wird jedoch dann schlagartig pechschwarz und ragt meterweit in den Abgrund. Man sollte hier auf keinen Fall die Taucherbrille und den Schnorchel vergessen! An dem Rand der Zenote wimmelt es von Fischen und der Blick in die Tiefe ist echt beeindruckend.

Ansonsten hat Bacalar alle Dinge einer mexikanischen Kleinstadt zu bieten. Einen Zócalo, nette Einkaufsmöglichkeiten und eine tolle Eisdiele, welche eine super erfrischende Gurken-Limetten-Limonade verkauft.

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