Mexiko – Von Bacalar nach Palenque

Da die Strecke zwischen Bacalar und Tulum nicht gerade ein Katzensprung ist, gab es nur eine Möglichkeit: der Übernacht-Bus. Die Busse starten von Chetumal, einer benachbarten Stadt von Bacalar. Dorthin zu kommen, war nicht gerade ein großes Problem. Wir fuhren einfach mit einem der zahlreichen Mayab-Busse und waren innerhalb einer knappen Stunde im Busterminal von Chetumal angekommen. Für die knapp siebenstündige Fahrt nach Palenque gönnten wir uns ein Ticket für einen etwas luxuriöseren Bus, dem ADO gl. und freuten uns auch schon ziemlich auf die Fahrt. Es sollte um 23:50 Uhr losgehen.

So warteten wir und warteten, irgendwann war es 23:50 Uhr. Es kam kein Bus. 0:30 Uhr, 1 Uhr… So langsam wurden wir ein wenig ungeduldig. Wir waren glücklicherweise nicht die einzigen im Terminal und bemerkten eine auch leicht ungeduldig werdende andere Backpackerin, die wir dann promt anquatschten. Wie es der Zufall mal wieder so wollte, war es natürlich eine Deutsche. Da sie absolut fließend Spanisch sprach, beschlossen wir nun einen der Mitarbeiter des Terminals auszufragen. Dann der erste kleine Schock: Unfall! Unfall? Schlimmer Unfall? Ja! Unsere Mitreisende wurde nervös: „Da ist ein Freund von mir im Bus, er wollte mich hier treffen, um dann weiter nach Palenque zu fahren. Ich muss jetzt sofort versuchen anzurufen.“ Wir schauten uns perplex an und sie fing an an ihrem Handy zu fuchteln. Niemand zu erreichen. Weiteres ausfragen des Mitarbeiters erbrachte auch keine neuen Informationen.

Nach zahlreichen Versuchen, gelang es ihr dann doch durchzukommen. Großer Schock. Von wegen Unfall. Eher Überfall. Ein mit mehreren Männern besetzter PickUp rammte scheinbar den Bus. Der Busfahrer hielt dann an, um den Schaden zu begutachten. Einige Männer aus dem Bus stiegen auch aus, sowie die Männer im PickUp. Das Auto war hinüber, sie fingen an zu streiten. Die Typen aus dem PickUp zogen Waffen. Schusswaffen, Macheten, Messer. Jemand im Bus schrie: „Legt euch in den Gang.“ Mexikanische Frauen fingen an zu schreien und zu weinen. Die Männer versuchten den Busfahrer zu ermorden. Sie fingen an sich zu prügeln. Glücklicherweise schafften sie es irgendwie, sich in den Bus zu retten und die Türe zu verkeilen. Die Polizei traf ein, die Männer im PickUp flüchteten in den Dschungel. Horror-Story. Glücklicherweise war niemandem etwas Ernstes passiert. Der kaputte Bus traf dann mit 1,5 Stunden Verspätung ein. Alle Insassen waren aufgelöst und froh, dass alle so glimpflich davon gekommen waren. In der Zwischenzeit versuchten die Mitarbeiter der Busgesellschaft, alle Reisenden nach Palenque in irgendeinem Bus unter zu bekommen.

Eine halbe Stunde später, wurden wir dann auf den Weg nach Villahermosa geschickt. Liegt zumindest in der gleichen Richtung. Die Busfahrt dauerte lang. Nach 7 oder 8 Stunden, wir verbrachten die Zeit im Dämmerschlaf (natürlich hatten wir nach dieser Horrorstory ziemliche Angst), wurden wir auf dem Highway in Richtung Villahermosa ausgesetzt. Dies war eine günstigere Möglichkeit für uns, Palenque war noch 30 km entfernt. Wären wir weiter gefahren, hätten wir vermutlich noch weitere 4 Stunden gebraucht, da wir erst nach Villahermosa und dann in einem anderen Bus nach Palenque hätten fahren müssen. Wir standen nun zu Acht auf dem Highway, kein Collectivo in Sicht. Glücklicherweise konnte eine unserer Mitreisenden einen sehr tollen Deal mit zwei Taxifahrern ausmachen. Sie erzählte ihnen die kleine Horrorgeschichte und die beiden boten uns dann an, für jeweils 150 Pesos pro Taxi (7,5 Euro), die 30 km nach Palenque zu fahren. Wir waren froh und dankbar. Angekommen im kleinen Städtchen, es war gegen 10 Uhr, setzten wir uns erstmal in ein Restaurant und tranken ein Bier, um den Schock zu verdauen. Wir prosteten auf das Leben und das alle so glimpflich davon gekommen waren.

Schreibe einen Kommentar