Nicaragua – Ometepe

Ometepe ist eine vulkanische Insel im Nicaraguasee, dem größten Binnensee Mittelamerikas. Der Sage nach sind die beiden Vulkane Concepción und Madera, die Brüste einer unglücklich verliebten Häuptlingstochter. Sie war in den Sohn des Häuptlings eines verfeindeten Stammes verliebt. Die Beziehung wurde jedoch von den Stämmen unterdrückt und so begingen die beiden Liebenden aus Verzweiflung im Tal Nicaraguas Selbstmord. Das Blut bildete den Nicaraguasee.


Auf der Autofähre nach Ometepe. 


Der nördliche der beiden Vulkane, Concepción, ist noch aktiv, Madera hingegen erloschen. Man muss schon ein wenig verrückt sein, um auf einer Insel mit einem aktiven Vulkan zu leben. Wir verbrachten nur drei Tage im Dorf Moyogalpa. Zu unserem Pech verschlechterte sich das Wetter drastisch und es regnete nun den ganzen Tag. Da dies aber natürlich noch nicht genug war, wurden wir beide auch noch richtig krank. So verbrachten wir die ersten beiden Tage im Bett. Mit einem guten Buch und einem Doppelzimmer mit eigenem Bad, war das aber auch zu verschmerzen.

Am dritten Tag fühlten wir uns schon ein bisschen fitter und hatten Lust auf Action. So mieteten wir uns einen kleinen Scooter, um die ganze Insel zu erkunden. Gute Entscheidung, denn wir hatten wahnsinnig Spaß und ein richtiges kleines Abenteuer. Denn es gibt nur eine gepflasterte Hauptstraße, die alle wichtigen Dörfer miteinander verbindet. Alles Andere besteht aus Steinen, Schlamm und Schlaglöchern. Wer hier nicht geübt im Umgang mit einem Motorroller ist, sollte sich ganz dringend ein Quad oder eine Cross-Maschine ausleihen.


Mit dem Scooter auf Ometepe. 


Unser Plan für den Tag war der Besuch eines Wasserfalls am Hange des Maderas. Die Route war wirklich sehr abenteuerlich. Zunächst fuhren wir noch über die geteerte Straße bis nach Altavista. Dort gab es das günstigste Frühstück der Welt. Der restliche Weg bis nach San Ramón war dann wirklich nichts mehr für sanfte Gemüter, landschaftlich jedoch einfach nur wunderschön.

Am Fuße des Maderas angekommen, hat man dann einen circa zweistündigen Aufstieg vor sich. Dieser beginnt mit Kuhweiden, welche langsam in wilden Wald übergehen, welcher immer dichter und feuchter wird. Wir konnten Brüllaffen, Geier und hunderte von Schmetterlingen beobachten.


Das Naturreservat am Hange des Maderas. 


Der Weg ist mit einer atemberaubenden Natur gesegnet und sehr abwechslungsreich. Mehrmals muss man sich seinen Weg durch einen reißenden Wasserstrom bahnen. Oben angekommen, steht man auf einmal vor einer 50 m hohen Felswand und bekommt eine ziemlich kühle Dusche. Das Wasser scheint von allen Seiten zu kommen. Sehr beeindruckend und eine willkommene Abkühlung. Völlig durchnässt, kann man sich dann auf den Weg zurück machen.


Der Wasserfall am Hang des Maderas. 


Scheinbar noch nicht nass genug, machten wir noch einen kleinen Ausflug zu einem natürlichen Schwimmbad, dem „Ojo de agua“. Bevor es dunkel wurde, konnten wir noch ein bisschen planschen.

Unser Rückweg war dann mindestens genauso abenteuerlich, wie der Hinweg. In völliger Dunkelheit und strömenden Regen sind wir mit unserem kleinen Roller zurück über die unbeleuchtete Pflasterstraße nach Moyogalpa gefahren. Während die meisten Chicken Busse bunt blinken wie ein Jahrmarkt, haben Fahrräder, Pferde und Kühe leider keinerlei Beleuchtung. Oft sind nur die zahlreichen Glühwürmchen am Wegesrand die einzige Lichtquelle.

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