Kolumbien – Tatacoa

Eine Wüste in Kolumbien? Gibt es tatsächlich. Oder zumindest ist es dort so trocken und heiß wie in einer Wüste. Eigentlich ist Tatacoa ein Tropenwald, jedoch bleiben 330 km² des Gebietes trocken. Die Wüstenregion ist von Bergen umgeben, in denen die Wolken abregen und so fallen dort lediglich 1000 mm Niederschlag im Jahr.


Durch den seltenen Regen formen sich diese interessanten Gebilde.


Unser Weg nach Tatacoa war eigentlich recht beschwerlich. Normalerweise braucht man nur ein paar Stündchen mit dem Bus von Bogota nach Neiva, von dort aus kann man mit einem Collectivo fahren. Leider hatte unser Bus einige Stunden Verspätung, so dass kein Fahrzeug mehr in Richtung Wüste fuhr. Wir mussten also die Nacht in Neiva verbringen. Aber das war eigentlich halb so schlimm, wir fanden nämlich eine echt gemütliche Unterkunft.


Eine bizarre Landschaft mitten in Kolumbien – der rote Wüstenbereich.


Am nächsten Tag konnte es dann endlich losgehen. Das Collectivo war ein alter PickUp mit Bänken auf der Ladefläche. Wir trafen einige nette Kolumbianer und Ecuadorianer, mit denen wir uns auf Spanisch unterhalten konnten und so verging die Zeit wie im Flug.

In Tatacoa angekommen, hatten wir einen kleinen Schock. Wir wollten unbedingt in der Wüste übernachen und nicht in dem netten kleinen Dörfchen am Rand. Die verfügbaren Unterkünfte waren jedoch furchtbar und es waren super viele Menschen dort. Wir hatten nämlich ein kleines Detail übersehen. In Bogota war Feiertag und die Tatacoa Wüste ist ein sehr beliebtes Ferienziel der Hauptstädter, da sie sich dort mal eine Runde aufwärmen können. Wir suchten uns die beste Unterkunft raus die wir fanden, welche vermutlich immer noch die Schlimmste für uns in ganz Kolumbien war und versuchten das Beste aus der Situation zu machen.


Eine blühende Kaktee in der Tatacoa Wüste.


Kurz nach Ankunft machten wir direkt eine Wüstentour. Ein Guide führte uns durch den sogenannten roten und den grauen Bereich Tatacoas. Die Gesteinsformationen haben aufgrund verschiedener Gegebenheiten eine unterschiedliche Farbe. Die Landschaft war irgendwie bizarr, aber sehr interessant. Das Ökosystem ist einzigartig in Kolumbien. Kakteen, Skorpione und interessante Vogelarten. Wenn man von einer erhöhten Position auf die Wüste schaut, ergibt sich ein wunderschönes Bild.

Wir wanderten einige Stunden und es war furchtbar heiß. Weit über 40 Grad machten uns das Leben ganz schön schwer. Zur Erfrischung gab es frisch gepressten Zuckerrohrsaft, den wir auch wirklich brauchten. Am Ende der Tour erreichten wir ein Schwimmbad. Ja, ein Schwimmbad mitten in der Wüste. Bizarr.


Ein einzigartiges Ökosystem in Kolumbien.


Nachdem wir wieder in der Unterkunft waren, gab es ein kleines Schläfchen in der Hängematte. Danach hatten wir ziemlichen Hunger.  Es war aber irgendwie gar nicht so einfach, ein Restaurant zu finden. Beziehungsweise wurden wir in einem Restaurant einfach nicht bedient und gingen dann wieder. Eine wirklich unangenehme Sache. Die Kolumbianer in der Tatacoa Region, legen ein für Kolumbien fast einzigartiges Verhalten an den Tag. Sie sind einfach super unfreundlich, machen keinen Hehl daraus, dass sie genervt sind von Touristen und wenn sie keine Lust haben, dann bedienen sie dich scheinbar einfach nicht. Wir wurden schon von unserer Bekanntschaft im Collectivo davor gewarnt, dass die Menschen dort ein wenig unangenehm seien und das war absolut wahr. Am Ende fanden wir aber doch noch eine alte Dame, die uns gegrillte Ziege servierte und es war köstlich.


Der graue Wüstenbereich.


Nach unserem Mahl betrachteten wir den Sonnenuntergang über der Wüste. Unser Abendplanung sah ein Besuch im örtlichen Observatorium vor. Die Tatacoa Region eignet sich hervorragend um Sterne zu beobachten, denn es gibt hier kaum Luftverschmutzung. Witzige Nebeninformation: In Bogota gibt es auch ein Observatorium. Erst nachdem es fertig gestellt wurde, realisierten sie, dass Sternbeobachtungen in einer Großstadt sehr schwer möglich sind. Der Abend war informativ und sehr schön. Wir konnten den Jupiter und Saturn durch ein Teleskop beobachten. Der Astronom zeigte uns verschiedene Sternbilder und erzählte interessante Geschichten.


Der graue Wüstenbereich mit den umliegenden Bergen.


Am nächsten Tag machten wir uns auf in Richtung Kaffeeregion. Wäre die Unerkunft besser gewesen und die Menschen freundlicher, dann wären wir vermutlich noch länger geblieben. Aber so, fiel uns die Entscheidung nicht so schwer.

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