Indien – Unsere erste Zugfahrt in Indien

Zugfahren in Indien ist vermutlich eine der interessantesten Erfahrungen. Die indische Eisenbahn ist der größte Arbeitgeber der Welt und Indien hat ein Streckennetz von stolzen 65000 km. Wer sich schon einmal mit der Reservierung eines Sitzplatzes bei der indischen Eisenbahn herumgeschlagen hat, ist vermutlich daran verzweifelt. Genauso wie wir. Aber letztendlich hatten wir es doch irgendwie geschafft.

Unsere erste Fahrt mit der Eisenbahn, sollte auch gleichzeitig unsere längste werden. Ganze 22 Stunden sollten wir von Amritsar bis nach Varanasi unterwegs sein. Ganz schön lang, aber eben auch eine Erfahrung für sich. Deshalb wollten wir uns das ganz sicher nicht nehmen lassen.

Wir buchten uns zwei Betten im sogenannten 3AC, der dritten Klasse mit Air-Condition. Dort befinden sich jeweils sechs Betten in einem Abteil und zwei im Gang. Wir bekamen die beiden Betten im Gang, welche zu unserer Überraschung gar nicht mal so schlecht waren. Wir bekamen sogar ein Kissen und eine Decke.

Indische Züge sind furchtbar langsam. Die Horrorbilder von hunderten von Menschen die auf dem Dach sitzen und am Wagon hängen, haben wir so nicht erlebt. Überfüllt war unsere Klasse nicht. Das gewöhnungsbedüfrtigste, sind eigentlich die Toiletten. Natürlich gibt es hier nur die typisch asiatischen Hocktoiletten. Aber da man sich in Indien sowieso an ganz andere Hygienestandards gewöhnen muss, schafft man das auch im Zug.

Schlafen kann man während der Fahrt ganz gut. Natürlich sollte man Vorkehrungen gegen Gepäckdiebstahl treffen. Aber die meisten Menschen, die man in solch einem Zug trifft, sind eigentlich ganz nett. Manche sind auch offen für einen kurzen Plausch, Familien sind eher anstrengend. Kinder starren einen ganz gerne für Stunden an und lassen überall Kekskrümmel liegen. Aber wenn man darauf keine Lust mehr hat, dann kann man einfach mal für ein paar Minuten ganz entspannt seinen Kopf aus der Zugtüre halten und die Landschaft bewundern.

Bei jedem Halt kommen Tee- und Snackverkäufer in den Zug. Auf seinen täglichen Koffeinschock muss man also auch nicht verzichten. Es gibt außerdem Frühstück, Mittag- und Abendessen. Niemand muss verhungern. Es ergibt sich eigentlich ein ziemlich chaotisches Bild. Aber einfach nur interessant.

Viel machen kann man während so einer Zugfahrt nicht. Wir haben eigentlich hauptsächlich am Blog gearbeitet, Serien geguckt und Menschen beobachtet. Wobei Letzteres natürlich am interessantesten ist.

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