Kambodscha – Battambang

Das kleine beschauliche Städtchen Battambang war unsere letzte Zwischenstation vor Siem Reap. Bekannt wurde die Stadt durch die berühmte Bambusbahn, die einst ein wichtiges Verkehrsmittel in Kambodscha darstellte. Die maroden Gleise aus der Kolonialzeit wurden mit improvisierten Draisinen aus Bambus befahren, betrieben mit einem Motorradmotor. Ein sehr abenteuerliches Verkehrsmittel, nicht zuletzt auch wegen der zahlreichen Unfälle. Heute gibt es die Bambusbahn nicht mehr. Die Gleise wurden saniert und bald werden moderne Züge den Transport von Mensch und Vieh übernehmen.

Trotzdem trieb es uns nach Battambang. Denn die Gegend hat auch sehr viele andere Dinge zu bieten. Dadurch das die Bambusbahn nicht mehr existiert, ist sie jedoch für viele andere Touristen unattraktiv geworden. Da wir gerne ein wenig abseits vom Trubel reisen, kam uns das sehr gelegen.


Diesmal ein Sonnenaufgang.


Tatächlich gefiel es uns in dem kleinen Ort sehr gut. Wir kamen in einem überraschend modernen Hotel am Rande der Stadt unter. Es wirkte fast schon deplaziert zwischen den einfachen Hütten der Anwohner. Doch wir waren eigentlich sehr froh darüber, da es uns nicht gerade leicht fiel eine vernünftige Unterkunft zu finden. Irgendwie verwunderlich, da der Ortskern doch sehr westlich zu sein scheint und es viele Expats gibt. Wir fanden jedenfalls schnell ein Stammlokal, dass leckere Burger und Tiger-Bier vom Fass servierte.

Gleich am nächsten Morgen nach unserer Ankunft mieteten wir uns einen Roller um ein bisschen die Gegend zu erkunden. Landschaftlich ist Battambang einfach wunderschön. Man findet am Rand viele kleine Dörfer, die sehr ursprünglich sind. Die Bewohner stellen Reispapier, Bananenpapier oder Reisschnapps her. Wir ließen uns von einem kleinen Laden die Herstellung des Bananenpapiers erklären und kauften ihnen im Gegenzug etwas davon ab.


Das, für die Region typische, Bananenpapier.


Wir waren jedoch auf der Suche nach den Überresten der Bambusbahn. Wir hatten davon gehört, dass man sich für wenige Dollar die Draisinen zeigen lassen und auf einem alten Abstellgleis ein bisschen fahren kann. Der Anblick war sehr traurig.. Ein paar ehemalige Fahrer lungerten am Rand der neuen Gleise herum und versuchten verzweifelt jeden Touristen anzulocken. Wir gingen auf das Spielchen ein, denn irgendwie taten uns die Männer leid. Schließlich hatten sie vor kurzem ihren Job verloren und müssen nun anderweitig den Lebensunterhalt bestreiten. Die Fahrt war zwar kurz, aber interessant. Man kann hier noch einen Teil kambodschianischer Geschichte erleben, bevor er komplett verschwunden ist und in Vergessenheit gerät. Dafür lohnt es sich doch.


Das, was von der Bambusbahn „Nori“ noch übrig ist.


Etwas später auf unserer Tour, entdeckten wir am Wegesrand eine kleine Tempelruine. Die Sonne stand schon etwas tiefer und wir waren die einzigen Menschen dort. Es war absolut wie in einem Märchen. Alles um die Ruine blühte, es flogen dutzende Libellen umher. Es war genauso, wie man sich den Besuch einer solchen Anlage erträumt. Solche Dinge entdeckt man nur, wenn man sich auf eigene Faust auf die Suche macht (und/oder sich völlig verfährt).


Ein ziemlich überraschender Fund.


Am nächsten Morgen machten wir einen Kochkurs um traditionelle kambodschianische Küche zu erlernen. Wir begannen mit einem Einkauf auf dem lokalen Markt und bekamen viele Zutaten erklärt. Das interessanteste war die Herstellung von frischer Kokosmilch, die wir dann auch später zum kochen verwendeten. Der Kurs selber machte unglaublich viel Spaß. Wir lernten wie man das traditionelle kambodschianische Amok kocht, ein Fischcurry mit Kokosmilch. Aber auch grüner Mangosalat, frische Frühlingsrollen und ein Dessert mit Kokosmilch durfte nicht fehlen. Wir waren nur vier Personen und damit die perfekte Größe für einen solchen Kurs.


Erst einkaufen und dann kochen.


Das beliebteste Ausflugsziel rund um Battambang sind die Höhlen im Sampeou Berg. Diese liegen in einem Karstgestein, am Rande der Stadt. Die Höhlen sind auch ein Teil der schrecklichen Vergangenheit Kambodschas und bekannt unter dem Namen Killing-Caves. Viele Menschen wurden hier unter den roten Khmer umgebracht, sie wurden einfach bei lebendigem Leibe hinunter geworfen. Zum Gedenken der Opfer gibt es einen Schrein mit Knochen und Skulpturen. Außerdem befindet sich ein buddhistischer Tempel auf der Spitze des Berges. Die meisten Menschen zieht jedoch etwas anderes her. Sobald die Sonne untergeht beginnt ein fantastisches Naturschauspiel. Millionen von Fledermäusen kommen aus den Höhlen geflogen und schwärmen in die Umgebung aus. Das ist wirklich ein fantastisches Erlebnis. Wenn man möchte, kann man sich mit einem kühlen Bier an die Straße setzen und das Spektakel beobachten.

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