Mexiko – San Juan Chamula

In der Nähe von San Cristobal gibt es ein von den Tzotzil-Maya autonom verwaltetes Dorf namens „San Juan Chamula“. Das Dorf ist sehr bekannt für seine Kirche, da dort sowohl christliche Traditionen, als auch alte Maya-Bräuche miteinander verbunden werden. Unsere grandiose Idee war es, dorthin zu reiten. Als wir Tomas und Lucy auf den Straßen von San Cristobal trafen, machten wir für den nächsten Morgen einen kleinen Ausritt klar. Diese Tour kann man in so gut wie jedem Touribüro buchen. Wir vier starteten um 9 Uhr mit unserem kleinen Abenteuer.

Zunächst wurden wir auf der Ladefläche eines Pick-Up Trucks zu den Ställen gefahren, die außerhalb der Stadt lagen. Dort trafen wir dann auch gleich auf unsere Pferde Principe und Brandy. Das wir absolut keine Erfahrung mit dem Reiten hatten, war unserem Tourguide Julio nicht gerade wichtig. Er half uns auf den Sattel, drückte uns einen Stock in die Hand und los ging es. Am Anfang stellten wir uns natürlich alle ein bisschen unbeholfen an, aber das legte sich mit der Zeit und so konnten wir die schöne Landschaft während des Ritts genießen. Es ging über Felder, durch den Wald, durch einen kleinen Fluss und über Landstraßen.


Unser Ausritt nach „San Juan Chamula“.


Nach ungefähr einer Stunde waren wir an unserem Ziel angekommen. Wir stellten die Pferde am Rand des Dorfes ab und wanderten zur Kirche

Es ist leider absolut verboten zu fotografieren, also an dieser Stelle nur eine Beschreibung. Wenn man den großen Saal betritt, steigt einem direkt ein wohliger Duft von Pinien und brennenden Kerzen in die Nase. Es gibt in der Kirche keinerlei Bänke zum Sitzen oder Beten, stattdessen ist der gesamte Boden mit Piniennadeln bedeckt. Zum Gebet wird sich einfach hingehockt. Am linken und rechten Rand des Saales stehen große Glaskästen mit darin befindlichen Figuren von katholischen Heiligen. Jede dieser Figuren trägt einen Spiegel. Falls eine Bitte nicht erfüllt wurde, können die Heiligen beschimpft werden ohne das diese direkt davon getroffen werden. Stattdessen prallt die Schimpferei auf einen Selbst zurück. Vor den Schreinen brennen tausende Kerzen. Überall sitzen Gruppen von betenden Mayas. Entweder wird direkt zu einem Heiligen gebetet oder es werden Rituale mit einem Schamanen durchgeführt. Diese beginnen mit der Platzierung einer großen Anzahl verschiedengroßer Kerzen, welche in mehreren Reihen auf den Boden gesetzt werden. Anschließend werden Schnappsflaschen mit „Pox“ (ein Zuckerrohrschnapps, selbst gebrannt von den Tzotzil-Maya) und verschiedene kohlensäurehaltige Limonaden wie Coca-Cola aufgestellt. Diese Getränke sind sehr wichtig für die Rituale, da sie das Rülpsen erleichtern, durch welches böse Geister beschwört werden. Hühnereier und/oder lebende Hühner werden eingesetzt, damit böse Geister und Krankheiten in diese fahren und anschließend zerstört werden können. Die Atmosphäre in der Kirche ist atemberaubend und man könnte den Maya stundenlang bei ihren Ritualen zuschauen. Leider mussten wir nach einer Stunde schon wieder zurück.

Auf dem Rückweg waren wir schon ein wenig mutiger und galoppierten einige Teile der Strecke. Alles in allem war es ein sehr schöner und interessanter Ausflug in eine andere Welt.

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