Guatemala – Lago de Atitlán

In unserem Hostel in Antigua trafen wir eine junge Mitreisende, die exakt die gleiche Idee hatte wie wir. Wieso sollten wir eigentlich ein teures Touristenshuttle nutzen, wenn es doch ein ausgezeichnetes Busnetz in Guatemala gibt? Wir starteten morgens von Antigua in Richtung Lago Atitlán. Dies war gleichzeitig unsere aller aller erste Fahrt mit einem Chicken Bus. Wir schleppten uns mit einem irren Muskelkater zum Busbahnhof und fanden auch gleich den Bus nach Panajachel. Die Fahrt war wirklich angenehm. Wir flogen zwar einige Male durch den Bus und wurden mit furchtbar lauter Reggaeton-Musik beschallt, aber daran muss man sich halt in Zentralamerika gewöhnen.

Von Panajachel schipperten wir dann ganz gemütlich mit einem kleinen Boot auf die andere Seite des Sees.


San Pedro – unsere Basis für die nächsten Tage. 


Als Ausgangsbasis für die nächsten Tage wählten wir San Pedro, von welcher wir die Dörfer um den See herum erkunden wollten. Leider wollte das Wetter nicht so ganz auf unserer Seite sein und unsere tolle Planung fiel völlig ins Wasser. Es regnete, bis auf kurze Unterbrechungen, einfach drei Tage durch. Und das nicht nur so ein bisschen, teilweise standen die Straßen komplett unter Wasser. Diese Tatsache und unsere absolut bestialischer Muskelkater, ließen uns die meiste Zeit in unserem Hotel verweilen. Zum Glück hatten wir eine überdachte Dachterasse, mit einer super Aussicht, die wir zu unserem kleine Büro umfunktionierten.


Der Ausblick von unserer Dachterasse auf den Lago Atitlán. 


Wenn der Regen uns gegen Abend eine kleine Pause gönnte, machten wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Ein Glück, dass die Guatemalteken so gerne grillen. Wir mussten einfach nur unserem Geruchssinn folgen und standen dann mitten in einem Grillgelage. Danach machten wir meist noch einen Abstecher in eine Bar, denn nirgendwo auf der Welt, kann man so günstig Cuba Libre trinken, wie am Lago Atitlán. Oder schonmal irgendwo einen Cuba für weniger als 80 Cent bestellt?

An einem Abend gingen wir in ein Restaurant eines typischen amerikanischen Expats, wie man sie zu Hauf am Lago findet. Es gab fettiges Thunfischsandwich. Mal eine Abwechslung, aber ganz ehrlich? Muss nicht sein. Lieber bei der einheimischen Küche bleiben. Auch den Ausflug in einen „Irish Pub“, hätten wir uns getrost schenken können. Die Bars und Restaurants der Auswanderer sind meist völlig überteuert und es fühlt sich irgendwie falsch an. Wir unterstützen lieber die Einheimischen.


Eine Straße in San Pedro mit Sicht auf einen der vielen Vulkane. 


Zur Besänftigung unseres Muskelkaters, mieteten wir an einem Abend eine „heiße Badewanne“ bei Los Thermales. So dümpelten wir dann stundenlang in circa 40 °C heißem Wasser umher, beobachteten Glühwürmchen und den Regen. Der Muskelkater war danach wie weggeblasen. Sollte man unbedingt machen, wenn man in San Pedro ist.

Unsere wiedererworbene Fitness mussten wir dann auch am Tag darauf gleich nutzen und fuhren mit einem TucTuc in den Nachbarort „San Juan“. Wir hatten nämlich erfahren, dass es dort ein Kollektiv von guatemaltekischen Frauen gibt, die auf alte traditionelle Weise Textilien herstellen. Im „Casa de Tejido“ bekamen wir dann einen kleinen Einblick in die Kunst des Färbens und Webens, bevor wir ordentlich unseren Geldbeutel leerten.


Im „Casa de Tejido“ wird noch alles mit der Hand gemacht.


Nach drei Tage Regen, hatten wir dann aber ehrlich gesagt auch keine Lust mehr und machten uns wieder vom Acker. Der Wetterbericht für die nächsten Tage, sagte nichts Gutes voraus und das wollten wir uns nicht wirklich antun. Ein wenig traurig waren wir schon, da der Lago normalerweise eins der schönsten Fotomotive Guatemalas sein soll. Uns werden wohl für immer diese wolkenbehangenen Vulkane in Erinnerung bleiben und die reißenden Bäche in den Straßen von San Pedro.

Auf dem Weg zum Bus liefen wir noch mitten in eine christliche Prozession. Wer in Guatemala unterwegs ist, der wird vermutlich irgendwann zwangsläufig in einem solchen Umzug landen. Einfach ein paar Minuten hinsetzen und die Menschen beobachten. Es gibt fast nichts interessanteres.


Eine bessere Aussicht gab es für uns leider nicht. 


 

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