Kolumbien – Medellín

Unser letzter Stop in Kolumbien war Medellín. Wir hatten ziemlich hohe Erwartungen an diese Stadt, da wir schon so viel Gutes von unseren Mitreisenden vom Segeltrip gehört hatten.

Wir hatten uns zum ersten Mal ein AirBnB gebucht. Da wir das authentische Medellin erleben wollten, mieteten wir uns ein kleines Apartement im Außenbezirk „El Diamante“. Wir landeten in einer süßen, kleinen Unterkunft an einem steilen Berg, die von einer netten kolumbianischen Familie verwaltet wurde. Der Bezirk selbst war wirklich sehr authentisch. Es war den ganzen Tag ein irres Gewusel auf den Straßen und die Menschen waren wahnsinnig herzlich. Die Busse hielten direkt vor unserer Haustüre und man fand in den unzähligen kleinen Läden alles was man zum Leben braucht.


Unsere Wohngegend „El Diamante“.


An unserem ersten Tag machten wir eine kleine Tour durch die Straßen der Innenstadt. Medellín ist mindestens genauso chaotisch wie Bogota. Die unzähligen Straßenhändler verkaufen allerlei günstige Ware und man könnte das Treiben stundenlang beobachten. Unser Augenmerk fiel aber auf einen der größten Supermärkte, die wir je gesehen hatten. Wir entschlossen uns für den Abend ein leckeres Essen zu kochen und einige Craftbiere zu verköstigen. Unser Einkaufserlebnis streckte sich jedoch über mehrere Stunden, denn die kolumbianischen Kassierer sind nicht gerade von der schnellen Sorte. Innerhalb von drei Tagen, standen wir ganze 2,5 Stunden nur an Supermarktkassen. Zum Trost gab es Hähnchen mit Basilikum-Lulo-Soße, einer wirklich sehr sauren, aber super leckeren Frucht.


Der „Palacio de Cultura“.


In Medellín gibt es eine sehr bekannte Free Walking Tour, die wir auch unbedingt machen wollten. Das war unser Plan für den nächsten Tag. Unser Guide stammte aus Medellín, war jedoch in den 90er Jahren in die USA ausgewandert. Er hatte also den größten Teil des Drogenkriegs in den 80er und 90er Jahren mitbekommen, bevor er vor diesem floh. Dies war ganz besonders interessant, da er unzählige Geschichten erzählen konnte. Auch eine sehr traurige, bei der er in eine Schießerei geriet, zwei Mal angeschossen wurde und einige seiner Freunde starben. Dies war das Schlüsselerlebnis, dass ihn dazu bewegte, das Land zu verlassen. Die Tour deckte einen großen Teil der Stadt ab und man konnte unglaublich viel über die Geschichte Medellíns und die Entwicklung in den letzten 30 Jahren lernen. Auch war die Sicherheit in der Stadt ein großer Punkt. Wir lernten viel darüber, welche Plätze man in der Nacht besser meiden sollte und wo man ganz besonders auf Diebe achten sollte.


Statuen des berühmtesten Künstlers Kolumbiens –  „Fernando Botero“. 


Eine Sache die noch auf unserer Liste stand, war eine Fahrt mit dem Medellíner Cable-Car und ein Besuch des Parque Arvi. Die Seilbahn ist eine der drastischen Maßnahmen der letzten 30 Jahre um die Entwicklung der Stadt voran zu treiben. Sie ist Teil des Metrosystems und kann bis zu einem bestimmten Punkt mit einem ganz normalen Metro-Ticket befahren werden. Zum Parque Arvi, einem beliebten Freizeitgebiet der medellíner Bevölkerung, kostet es dann aber ein bisschen mehr. Die Fahrt war sehr schön, der Ausblick auf die Stadt ist atemberaubend und der plötzliche Wechsel von Großstadt zu grüner Oase ein interessantes Erlebnis. Wir wanderten ein bisschen im Parque Arvi und wunderten uns kein bisschen, dass die Kolumbianer am Wochenende in Massen her strömen um dem Großstadtleben zu entkommen.


Blick auf die Außenbezirke.


Medellín ist bekannt für sein Nachtleben. Wir fuhren deshalb in den Bezirk, der ganz besonders für seine Bars und Clubs bekannt ist. Aber Pustekuchen. Es ist so touristisch und teuer dort, dass wir nach ungefähr 15 Minuten wieder gingen. Das war überhaupt nicht unser Ding und wir beschlossen es mal in der Nähe der Universität zu versuchen. Und damit haben wir dann auch voll ins schwarze getroffen. Unzählige günstige und tolle Bars, viele Einheimische und natürlich vor allem junge Leute. Manchmal sollte man eben seinem Instinkt folgen und nicht strikt nach irgendwelchen Reiseführern handeln.


Medellín bei Dunkelheit.


Unser Aufenthalt in Medellín war sehr schön, jedoch war er irgendwie von einer Aufbruchstimmung überschattet. Es waren unsere letzten Tage auf den amerikanischen Kontinenten und wir fingen langsam an, dies zu realisieren. Als wir Kolumbien verließen und in Panama in den Flieger nach Frankfurt einstiegen, waren wir auf irgendeine Art unendlich traurig.

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