Kolumbien – Minca

Wir fuhren mit dem Bus von Cartagena nach Santa Marta. Wir kamen viel zu spät an und dachten schon, dass wir es niemals bis nach Minca, unserem eigentlichen Ziel, schaffen würde. Zu unserem Glück fuhr dann aber doch noch ein kleiner Van den Berg hinauf.

Es war schon ziemlich dunkel, als wir endlich ankamen und die Seitenstraßen in Minca waren überhaupt nicht beleuchtet. Wir hatten ziemlich große Probleme unser Gasthaus zu finden, da dies ein wenig außerhalb lag. Kein Taxifahrer hatte irgendeinen blassen Schimmer, wo wir uns da einquartieren wollten. Nach einem etwas längeren Fußmarsch über matschige Straßen, kamen wir dann irgendwann an einem Betonklotz im Wald an. Wir waren hier auch tatsächlich richtig, denn irgendwann trat ganz plötzlich der Nachbar aus der Dunkelheit hervor und stellte sich als der Hausverwalter heraus. Er hatte uns scheinbar auf dem Weg gesehen und brachte uns in unser Zimmer. Leider funktionierte jedoch das Licht nicht. Er versuchte das Ganze durch Gewackel an der Lampe und am Lichtschalter zu lösen, zog jedoch irgendwann überfordert seine Machete, klopfte gegen die Birne und sagte „Ay, caramba“. Wir mussten uns das Lachen ganz schön verkneifen. Natürlich war dies keine Lösung und wir bekamen das andere verfügbare Zimmer. Als Vanessa dann irgendwann an einer der Steckdosen wackelte, um den Laptop aufzuladen, ging plötzlich das Licht im gesamten Gebäude an. Inklusive unseres ursprünglichen Zimmers. Wir waren ziemlich amüsiert über diese ganze Situation und hatten letztendlich sogar ein besseres Zimmer bekommen.


Der herrliche Ausblick von unserem „Betonklotz“.


So langsam plagte uns jedoch der Hunger und wir mussten den ganzen Weg zurück ins Dorf laufen. Wir fanden hier aber ein echt hübsches Restaurant und gönnten uns ein echt leckeres Abendessen.

Am nächsten Tag mieteten wir uns zwei Mountainbikes und erkundeten ein wenig die Gegend. Minca eignet sich ganz besonders gut zum Mountainbiken. Es gibt einige schöne Strecken und viel Natur. Wir fuhren zu einem kleinen Wasserfall im Wald. Eigentlich wollten wir auch schwimmen gehen, doch das Wasser war einfach nur so eisekalt, dass wir uns nicht trauten. Wir fuhren dann noch einige Zeit den Berg hinauf und genossen die Natur. Das Schönste war natürlich die Abfahrt. Es hat wahnsinnigen Spaß gemacht. Zwischendurch stoppten wir noch für einen leckeren kolumbianischen Kaffee.


Mit dem Mountainbike durch Mincas Wälder. 


Kolumbien hat die größte Vogelvielfalt der ganzen Welt und eignet sich natürlich am allerbesten für Beobachtungen. Minca ist dafür ein ganz besonders guter Ort. Wir hatten ein wenig den Eindruck, dass unsere Behausung extra für Vogelbeobachter gebaut worden waren. Es war ein „Betonklotz“ am Hang. Die beiden einzigen Zimmer befanden sich im Untergeschoss mit Zugang an der Seite. Das Erdgeschoss war offen und bestand aus einem großen Gemeinschaftsbereich mit einer komplett verglasten Küche, die einem den schönsten Anblick lieferte. Man konnte vom Hügel bis nach Santa Marta schauen. Von den Bergen bis aufs Meer. Es war einfach nur so wunderbar hier zu kochen. Außerdem gab ein altes Fernglas und überall hingen Kolibritränke. Irgendwie ein ziemlich schöner Ort. Leider sind wir nicht die besten Ornithologen und konnten nur einige wenige Arten beobachten. Es war trotzdem sehr schön. Wer dort ist, muss unbedingt die Vogelbeobachtungstour machen. Leider hatten wir das ein wenig verpasst, da wir zu spät davon erfahren hatten und die Tour ganz früh am Morgen startete.


Minca – Ein guter Ort für Vogelbeobachtungen. 


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