Indien – Delhi

Endlich ging das zweite Kapitel unserer langen Reise los. Wir landeten in aller Frühe in Delhi. Es regnete in Strömen und als wir aus dem Flugzeug stiegen, wurden wir von einer unglaublichen Hitze erschlagen.
Wir kamen schon mit einer Stunde Verspätung in Delhi an und die Immigration dauerte noch einmal doppelt so lange. Eigentlich hatten wir uns einen Transfer vom Flughafen zu unserem Hostel organisiert, doch von diesem Menschen war natürlich weit und breit keine Spur mehr zu sehen.

Delhi ist voller Trickbetrüger. Einen Satz, den man in jedem Reiseführer und Indienblog findet. Diese haben es vor allem auf die Touristen abgesehen. Verkaufen überteuerte Touren, fahren einem zum falschen Hostel, schicken einem irgendwelche Teppiche nach Hause und wer weiß schon was. Deshalb waren wir auch voller Misstrauen, als uns ein junger Herr seine Hilfe anbot und uns ein Taxi organisierte. Es lief aber alles glatt und wir kamen 30 Minuten später im „Smyle Inn“ an.

Mittlerweile hatte es auch aufgehört zu regnen und wie wir später erfahren sollten, trafen wir tatsächlich mit dem letzten Regen des Monsuns in Indien ein.


Der Glauben spielt im Alltag die wichtigste Rolle. Trotzdem haben viele Menschen kein Problem damit, Touristen ganz böse übers Ohr zu hauen. Das gibt wohl böses Karma.


Delhi war genau so, wie wir uns es immer vorgestellt hatten. Laut, dreckig und vollgestopft mit Menschen. Die Gegend unseres Hostels, gar nicht schön. Aber hier gibt es kaum eine schöne Ecke. Wir schauten uns mit dem wissenden Blick an, daran müssen wir uns wohl erstmal gewöhnen.


Die „Main Bazaar Road“. Hier hatten wir ein Hostel reserviert.


Unser Hostel war jedoch vollkommen in Ordnung. So gar nicht wie die Situation auf der Straße. Sauber, ein gutes Bett, Klimaanlage und heißes Wasser. Mehr kann man sich als Backpacker nicht wünschen. Wir gingen erstmal ein bisschen schlafen, denn der Jet-Lag ist bei Reisen gegen Osten bekanntlich am schlimmsten.

Am Abend stürzten wir uns zum ersten Mal ins Chaos. Am bekannten Connaught Platz, wurden wir auch prompt vom ersten Tout (Betrüger) angesprochen. Wir können nun eigentlich ein ganzes Kapitel darüber schreiben, wie man sich seinen Vorteil aus diesem ganzen bösen Spielchen ziehen kann. Der erste Tout gab uns eine sehr gute Restaurantempfehlung, unser Abendessen war gesichert. Es war wirklich köstlich. Vielen Dank. Der zweite Tout brachte uns zum besten Chai-Mann der Stadt und gab uns direkt mal zwei leckere Tees aus. Auch köstlich. Dankeschön. Der dritte Tout verschaffte uns einen sau günstigen Privatchaufeur für den nächsten Tag und einige neue Ideen für unsere Reisepläne. Natürlich mit Aussicht darauf, uns nach der Stadtrundfahrt eine überteuerte Rundreise verkaufen zu können. Toute den Tout.


Dosas – unsere erste Mahlzeit. Ausgerechnet Süd-Indisch. War aber sau lecker.


Eine Stadttour wollten wir sowieso machen. Da kam uns das eigentlich recht gelegen, dass uns dieser Typ einen Privatchaufer samt Auto mit Klimaanlage für einen lächerlichen Preis von 12 Euro anbot. Wir wussten, dass es diesen Service in Delhi gibt. Normalerweise kostet es locker das Doppelte bis Dreifache. Der Fahrer stand am nächsten Morgen pünktlich vor unserem Hostel. Er war ein echt netter Kerl und fuhr uns den ganzen Tag von einem Punkt zum Nächsten. Anfangs war uns ein wenig mulmig und wir hatten uns eine gute Exit-Strategie überlegt, falls uns die Situation irgendwie komisch vorkommen sollte. Doch wir wurden sehr schnell warm und freuten uns über seine Anekdoten.

Innerhalb von einem Tag konnten wir viele Hauptattraktionen Delhis abklappern. Wir fuhren vom Humayun‘s Thomb zum India Gate, schauten uns den Laxmi- und den Lotustempel an. Gingen in einem wunderschönen Park spazieren, hörten uns die Geschichten unseres Fahrers an und genossen ein leckeres Mittagessen. Der Tag war wirklich perfekt. Unser Fahrer bekam dafür ein gutes Trinkgeld. Natürlich brachte er uns am Ende des Tages zurück zur „Buchungsagentur“ und die Herrschaften wollten uns eine super überteuerte Rundreise andrehen. Wir redeten uns raus und verschwanden so schnell wie möglich.
Am Abend gingen wir in eine kleine Rooftop-Bar und beobachteten das Geschehen auf der Straße. Irgendwie ganz schön faszinierend. Wir warteten mit einem kühlen Kingfisher die Ergebnisse der deutschen Bundestagswahl ab. Das Bier hatten wir bitter nötig.


Laxmi-Tempel, India-Gate, Humayun’s Tomb, Lodi-Gärten und der Lotus-Tempel. Einige der wichtigen Sehenswürdigkeiten in Delhi.


Am nächsten Tag besuchten wir noch auf eigene Faust den Gewürzmarkt. Die Eindrücke waren wirklich sehr intensiv. Es war sehr chaotisch dort und auch nicht gerade etwas für empfindliche Gemüter. Die Gerüche und Farben waren zwar sehr schön, aber wir waren uns am Abend darüber einig geworden, dass wir Delhi so schnell wie möglich verlassen wollten. Zu viel Dreck, zu viel Gestank und zu viele Betrüger. So stiegen wir am Ende des Tages in den Bus in Richtung Himalayas.


Der Gewürzmarkt in Delhi.


(Immer Vorsicht mit den Touts. Es sind wirkliche Trickbetrüger. Sie versuchen einen mit allen Mitteln um den Finger zu wickeln und sind auch wirklich keine schlechten Schauspieler. Täglich fallen viele Touristen auf die Maschen herein und kaufen überteuerte Rundtouren. Unsere Aktion hätte auch ganz schön in die Hose gehen können. Wenn man diese Herren auf dem falschen Fuße erwischt, dann können sie nämlich ganz schön aggressiv werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der ignoriert einfach jeden Menschen, von dem er angesprochen wird. Wer auf einen Tout hereinfällt, soll sich bitte an die richtige staatliche Touristeninformation in Delhi wenden. Government of India Tourist Office is 88 , Janpath , Connaught Place, New Delhi 110 001. )


Delhi ist Chaos pur.


 

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