Indien – Rishikesh

Wir fuhren von Delhi an die Füße des Himalayas. Dort wo der Ganges noch rein ist. Rishikesh ist die absolute Yoga-Hauptstadt Indiens. Man trifft hier auf Yoga- und Meditationsverrückte, jede Menge Hippies und Israelis. Irgendwie fühlten wir uns wohl. Definitiv wohler als in Delhi.

Wir hatten uns ein Zimmer in einem Hostel gemietet. Leider war es hier nicht so sauber. Wir wurden zum ersten Mal Zeuge einer in Indien weit verbreiteten Unart. Die Bettwäsche wurde seit längerem scheinbar nicht gewechselt, Kopfkissenbezüge gab es eh erst auf Anfrage. Glücklicherweise haben wir beide einen kleinen dünnen Schlafsack dabei. Wirklich zu empfehlen für Reisen durch Indien oder ganz penetrant darauf bestehen, frische Bettwäsche zu bekommen.


Rishikesh.


Nach unserer Ankunft gingen wir in das „Little-Buddha“-Café, ein ziemlich bekannter Ort in Rishikesh. Unserer Meinung nach, auch nicht verwunderlich. Gemütliches Café, ein herrlicher Blick auf den Ganges, WiFi und wirklich gutes Essen. Das Café war unser Ort der Wahl, denn wir mussten planen.


Mother Ganga.


Es gibt wirklich nicht Schwierigeres als eine Rundreise durch Indien zu planen. Dieses Land ist riesengroß, es gibt tausend Dinge zu sehen und es ist ein absoluter Graus Sitplätze in Zügen zu reservieren, auf welche man jedoch leider angewiesen ist. Unsere Planung dauerte und dauerte. Vermutlich waren wir so an die Einfachheit des Reisens durch Zentral- und Südamerika gewohnt, dass wir Indien wirklich ganz stark unterschätzten. Normalerweise fliegen einem die Ideen nur so zu, man kann spontan sein und reisen wie man möchte. Nicht möglich in Indien! Wir planten fast zwei Tage lang, am Ende stand die Rundreise dann fest und wir waren erleichtert.


Die verschiedenen Teile von Rishikesh sind durch Brücken verbunden.


Um unseren Kopf frei zu bekommen, machten wir eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall. Frische Luft, Natur und ein kühles Bad taten uns wirklich gut. Danach gab es das beste Abendessen. Malai Kofta, Vanessas indische Leibspeise schmeckt in Indien tatsächlich noch viel viel besser.


Neergarh Wasserfall.


Ein absolutes Muss in Rishikesh, ist das heilige Bad im Ganges. Hier braucht man sich auch noch keine Sorgen zu machen, dass einem danach die Haut abfällt oder man an einer Arsenvergiftung stirbt. Keine Gifte, keine Abwässer. Die Gletscher aus denen die Quellflüsse des Ganges entspringen, sind nur wenige hundert Kilometer entfernt. Das Wasser bahnt sich seinen Weg durch die tiefen Schluchten des Himalayas, trifft dann in Rishikesh auf ein Engtal und erreicht dann letztendlich im nahegelegenen Haridwar die Gangesebene.

Da wir ein bisschen auf Abenteuer stehen, sollte es für uns natürlich kein einfaches Bad werden. Rafting in Mother Ganga ist nun ganz ehrlich etwas besonders. Die Aussicht vom Boot lies einen einfach nur stillschweigen. Wir saßen minutenlang dar und bestaunten die Natur. Das Wasser war eisekalt, aber wir wollen ja nicht empfindlich sein. Wir hatten unseren Spaß und zum Abschluss gab es sogar noch einen kleinen Cliff-Jump.


Rafting im „Mother Ganga“.


Am Abend gingen wir dann zu unserem ersten Ganga Aarti. Ein wichtiges hinduistisches Ritual. Rishikesh ist eine Pilgerstadt für Hindus und gilt als Ausgangsort für die Reise zum Gangotri Gletscher. Es gibt dort sehr viele Tempel und Ashrams. Wir besuchten das berühmte Aarti im Parmath Niketan Ashram. Wir waren unglaublich fasziniert.

Es ist wunderbar, dieses Ritual zu beobachten und über fremde Religionen zu lernen. Es werden religiöse Lieder gesungen (bhajans), gebetet und Opfer erbracht. Natürlich ließen wir auch ein kleines Blumenschiff auf dem Ganges treiben, dann darf man sich nämlich etwas wünschen.

The essence of the aarti ceremony is that all day long God offers us light – the light of the sun, the light of life, and the light of His (Her) blessings. Aarti is a time when we say, “Thank You,” and we offer back the light of our thanks, the light of our love and the light of our devotion.

(India Heritage Research Foundation)


Das „Ganga Aarti“.


Am nächsten Morgen gingen wir zu der obligatorischen Yoga-Stunde. Es war eine ganz andere Erfahrung, als bisher. Der Lehrer war sehr bedacht, erklärte jeden einzelnen Schritt. Die richtige Ausführung der Asanas stand hier im Mittelpunkt, jeder noch so kleine Fehler wurde haarklein korrigert. Wer denkt, dass Yoga nicht anstrengend sei, der liegt absolut falsch.

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