Indonesien – Lombok

Lombok ist die kleine Schwester von Bali. Weniger Tourismus, weniger Infrastruktur, aber genauso gute Wellen. Und ein großer Unterschied. Denn Lombok ist muslimisch geprägt. Während die zahlreichen Hindu-Tempel auf Bali einen ganz besondere Atmosphäre schaffen, ist Lombok doch eher ein bisschen langweilig. Die kulturellen Unterschiede, könnten größer nicht sein.

Unser Aufenthalt auf Lombok war unglaublich durchmischt. Der sehr unangenehme Part fing direkt am Fährhafen an. Nach 6 Stunden auf der Autofähre, freuten wir uns nur noch auf unser Bett. Es war auch schon recht spät. Wir wussten, dass ganz in der Nähe ein Taxistand eines der größten und vor allem seriösen Taxiunternehmen Lomboks ist. Doch der Weg dorthin war nicht einfach. Denn auch hier ist wieder die Taximafia am Werk. Wir wurden alle 5 Meter von einem Menschen angesprochen. Teilweise wurden die Männer richtig aggressiv. Einer schlug seine Faust gegen einen Baum, als wir sein Angebot ablehnten. Außerdem hatten die Herrschaften teilweise knallrote Augen und Pupillen wie Stecknadelköpfe. Wir wissen ja nicht, was die Schlucken, aber man möchte die Herren ganz bestimmt nicht als Fahrer haben…
Wir bissen einfach die Zähne zusammen und kämpften uns bis zum Taxistand durch.

Am Gasthaus angekommen, ging unsere Misere dann weiter. Eingecheckt, alle Sachen abgelegt und endlich auf dem Bett liegend. Entspannung. Doch was krabbelt denn jetzt da? Es dauerte nicht mal 10 Minuten und diese verdammten Viecher kamen aus allen Löchern der Matratze gekrochen. Bettwanzen!! Unser erstes Mal. Panisch sprangen wir auf, rissen die Türe auf und feuerten all unsere Sachen nach draußen. Zum Glück hatten wir unsere Rucksäcke noch nicht geöffnet. Wir suchten den Besitzer. Der hatte sich natürlich in der Zwischenzeit schlafen gelegt. War uns egal, wir klopften ihn wach. Als er sich dann endlich zu unserem Zimmer bemühte, war er auch nicht sonderlich überrascht. Der wusste ganz genau, dass es dort Bettwanzen gibt. Verarschen kann er sich alleine. Wir verlangten ein neues Zimmer, er brachte uns zum Gasthaus nebenan und versprach, die Wanzen zu beseitigen. Das neue Zimmer war eine absolute Absteige, doch es war sauber. Also gaben wir uns damit zufrieden. Wir gingen nochmal kurz zurück, um unsere ehemaligen Nachbarn zu warnen. Aber es war schon zu spät. Die beiden waren schon völlig zerbissen.

Völlig übermüdet duschen, Klamotten in Plastiksäcke verpacken und Rucksäcke abchecken. Danach fielen wir ins Bett. Aber ein mulmiges Gefühl blieb erstmal.

Am nächsten Tag war das Bettwanzen-Zimmer wieder gebucht. Dieser verdammte Lügner. Echt toll, wie sehr sich manche Leute um die Gesundheit ihrer Gäste kümmern.


Die Strände überzeugten uns nicht, erst die Aussicht auf die untergehende Sonne und den Paraglider stimmten uns milder.


Nach diesem tollen Start, brauchten wir dringend einen anderen Eindruck von Lombok. Wir besorgten uns einen Roller und klapperten die Strände ab. Wir hatten echt nicht den besten Zeitpunkt erwischt. Die halbe Insel war eine Baustelle. Es werden super breite Straßen und dicke Strandpromenaden gebaut. Soll es das nächste Bali werden? Für jeden Strand mussten wir zahlen, egal wie vermüllt er war. Macht auch nicht gerade den besten Eindruck. Langsam machte sich Frust breit. Die Landschaft war auch noch ziemlich karg.


Eine ziemlich gute Kulisse um zu paragliden oder einfach nur ein Bier zu trinken.


Wir brauchten dringend ein gutes Erlebnis. Ein fantastischer Sonnenuntergang auf einem Felsen, stimmte uns versöhnlich. Das authentische Essen vom einzigen richtigen Mexikaner weit und breit, heilte unsere Wunden. Man wir vermissen Mexiko…


Da werden (großartige) Erinnerungen wach …


Das beste an Lombok war der Surf. Am Anfang waren wir ein bisschen skeptisch. Es war schwierig einen Spot auszumachen. Irgendwann landeten wir dann im Nachbardorf. Von dort legten die Boote zu den Off-Shore Spots ab. Wir leihten uns zwei Bretter und fuhren einfach ins Blaue hinein. Es war fantastisch. Bei weitem nicht so überfüllt wie Bali. Die Wellen waren dankbar, es machte furchtbar viel Spaß. Vermutlich die beste Welle, die wir bis jetzt hatten. Wir waren richtig Feuer und Flamme, gingen jeden Tag surfen.

Bis zu diesem einen Tag… Dem Tag an dem unsere Misere den Höhepunkt erreichte. Es war wie jeden Abend. Wir kamen vom Surfen, hatten tierischen Hunger und holten uns etwas zu Essen. Danach legten wir uns nichtsahnend schlafen. Ungefähr 4 Stunden nach unserer Mahlzeit ging es dann los. Vanessa wurde innerhalb kurzer Zeit, alles wieder los, was sie zuvor zu sich genommen hatte. Den ganzen nächsten Tag, konnte sie noch nicht mal einen Schluck Wasser bei sich behalten. Wäre das noch ein klein wenig so weiter gegangen, hätten wir definitiv ein Krankenhaus finden müssen. Aber irgendwann schlief sie völlig erschöpft ein und zwar für 16 lange Stunden. Am nächsten Morgen ging es besser, es war kein gutes Gefühl. Aber Reis und Kokoswasser blieben endlich drin. Das schlimmste war also überstanden. Klassiche Lebensmittelvergiftung. Auch das noch…

Wir mussten dann erstmal raus aus Kuta. Schwangen uns auf den Roller und fuhren Richtung Inland. Einfach um etwas anderes zu sehen. Es war ein toller Tag. Vielleicht hätten wir das früher machen sollen. Man merkte sofort, dass die Menschen nicht viele Touristen sehen. Sie waren super freundlich und verwundert. Als wir kurz am Straßenrand anhielten, um lokale Köstlichkeiten zu probieren, waren die Damen stolz wie Bolle. Es mussten natürlich auch Fotos geschossen werden. Als wir dann so durch die Landschaft brausten, fuhr vor uns ein LKW, beladen mit Mangos. Die Jungs auf der Ladefläche mampften so vor sich hin und warfen uns dann einfach auch zwei Stück zu (während der Fahrt). So macht das Leben doch Spaß. Wir fuhren, bis wir am Nationalpark des Mt. Rinjani landeten. Hier ging es dann nicht mehr weiter. Leider war der Vulkan völlig Wolkenbehangen. Schade um die Aussicht.


Ungeplante Umwege, Imbiss am Straßenrand und Mangos vom Laster: so sollte es immer sein!


Wir hatten keine Lust mehr auf Lombok, 5 Tage waren genug. Das Surfen machte zwar irre Spaß, doch das Glück war irgendwie nicht auf unserer Seite. Wir beschlossen, am nächsten Tag nach Gili Air zu fahren…

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